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 Cheb - Planá - Poběžovice - Horšovský Týn - Staňkov - Plzeň 22.04.2011 
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242 242 mit R 38759 Cheb - Planá u Mariánských Lázní und VBG VT 13 (642 313) + VT 25 (642 325) als Os 20876 Cheb - Marktredwitz in Cheb

In Cheb steht der Schnellzug in Richtung Plzeň bereit. Noch immer wird an der KBS 170 zwischen Cheb und Plzeň gebaut, zwischen Planá und Stříbro besteht Schienenersatzverkehr. Von den Lokomotiven der Baureihe 242 gibt es m.W. aktuell nur noch sechs Maschinen in der dunkelroten Lackierung mit dem gelben Latz (242 202, 203, 208, 239, 242 und 256), von denen 242 242 die einzige mit Einholmstromabnehmern ist. Wie sich später herausstellen sollte, wurde dieses Bild nur wenige Tage später historisch, denn Ende April 2011 endete mit dem Abschluß der Bauarbeiten auf der KBS 170 auch der Einsatz der Baureihe 242 vor den Schnellzügen zwischen Cheb und Plzeň.

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230 107 mit einem Güterzug in Planá u Mariánských Lázní

Nach der Modernisierung der KBS 170 präsentiert sich der Bahnhof von Planá in einem kaum wiederzuerkennendem Erscheinungsbild. Neben dem Hausbahnsteig gibt es einen neuen Mittelbahnsteig, von dem dieses Bild einer gerade abgestellten Laminátka mit einem Güterzug entstand.

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810 419 als Os 27571 Planá u Mariánských Lázní - Tachov in Planá u Mariánských Lázní

In Planá verlassen wir die KBS 170 und wechseln auf die KBS 184, die von Planá über Tachov, Bor und Poběžovice nach Domažlice entlang der Ostseite des Český les verläuft. Die Strecke ging, ebenso wie die angrenzenden KBS 178 und 182, aus einer privaten Lokalbahn hervor. Heute ist die ganze Gegend für den Eisenbahnfreund noch nahezu sicheres Brotbüchsenland, nur bei einem einzigen Zugpaar kommt ein Regionova zum Einsatz. Es fahren jedoch nur wenige Züge fahren die Gesamtstrecke durch. Auf dem nördlichen Streckenteil pendelt die meiste Zeit ein 810 nur zwischen Planá und Tachov, wo dann umgestiegen werden muss. Weiterhin enden bzw. beginnen von bzw. nach Tachov und Domažlice einige Züge etwa auf halber Strecke in Bělá nad Radbuzou.

Landschaftlich verläuft die gesamte Strecke in einer mittelgebirgigen Feld-Wald-Wiesen-Gegend. Von Planá südwärts zweigt die Strecke nach ein paar Metern von der KBS 170 in südwestlicher Richtung ab und kurvt im wahrsten Sinne des Wortes über Lom u Tachova und Tachov-Bíletin durch die Wiesen, bis schließlich Tachov mit seinem Kopfbahnhof erreicht ist. Anschließend wird die Stadt an ihrem Ostrand in einer weiten umgedrehten S-Kurve umfahren und es geht nun südostwärts. Die nächsten Stationen sind Tachov zastávka, Malý Rapotín, Pernolec, Staré Sedliště und der Haltepunkt Doly mit dem vielleicht kleinsten Wartehäuschen in ganz Tschechien. ;-) Anschließend wird Bor erreicht, dessen Schloßturm man schon von weitem sieht. Hier zweigt auch die KBS 178 nach Svojšín ab, die dort wieder auf die KBS 170 trifft. Die Fahrt auf der KBS 184 führt in meist südlicher Richtung weiter über Bor zastávka, Stráž u Tachova, Borek u Tachova, Dubec nach Třemešné pod Přimdou, wo (etwas überraschend) mit dem Gegenzug gekreuzt wird. Es folgt Bělá nad Radbuzou zastávka und schließlich Bělá nad Radbuzou selbst, wo sich immer noch eine kleine Einsatzstelle der České dráhy befindet. Weiter geht es über Újezd Svatého Kříže, Svržno, Hostouň und Mutěnín nach Poběžovice, wo der nächste Gegenzug aus Domažlice wartet.

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810 599 als Os 27523/17409 Tachov - Horšovský Týn und 810 382 als Os 17409 Poběžovice - Staňkov in Poběžovice

In Poběžovice verlassen wir heute die KBS 184 und fahren nun auf der hier beginnenden KBS 182 nach Staňkov weiter. Montag bis Freitag verkehrt am Nachmittag ein Zugpaar, bei dem der aus Tachov kommende Os 27523 (im Bild links) in Poběžovice einen weiteren 810 vorgespannt bekommt und mit diesem auf der KBS 182 bis Horšovský Týn weiterfährt.

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810 599 als Os 17422 Horšovský Týn - Bělá nad Radbuzou und 810 382 als Os 17409 Poběžovice - Staňkov in Horšovský Týn

In Horšovský Týn wird der Zug aus zwei Triebwagen dann wieder geteilt. Der hintere Triebwagen fährt nun wieder über Poběžovice zurück nach Bělá nad Radbuzou, der vordere weiter nach Staňkov.

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810 382 als Os 17409 Poběžovice - Staňkov in Horšovský Týn

Ein kurzer Sprung zurück: Die KBS 182 verläßt Poběžovice in östlicher Richtung. Über Zamělíč und Ohnišťovice verläuft sie zunächst bis Meclov unmittelbar nördlich-parallel zur dortigen Landstraße durch die Felder, um dann, vorbei an Mašovice, schließlich die Stadt Horšovský Týn zu erreichen, zu deren Sehenswürdigkeiten u.a. ein Schloss mit einem angrenzenden Park gehört. Anschließend führt die Fahrt nun südlich und mit größerem Abstand zur Straße weiter nach Osten. Es folgen die Haltepunkte Semošice, Semošice-Peřina und Křenovy, bevor die Strecke etwa 2 km vor Staňkov auf die KBS 180 Plzeň hl.n. - Domažlice - Furth im Wald trifft.

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VBG 223 062(?) mit Ex 352 "JAN HUS" Praha hl.n. - Nürnberg Hbf zwischen Staňkov und Osvračín am Abzweig Staňkov-Vránov

Es kann passieren, dass man an der Abzweigstelle ein paar Minuten warten muss, um vorher noch einen Gegenzug passieren zu lassen. Auf der Hauptstrecke rollen wir nun nordostwärts bis Staňkov, wo die Brotbüchsenfahrt endet.

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754 029 mit Os 7418 Plzeň hl.n. - Domažlice in Staňkov

Seit die grenzüberschreitenden Expresszüge mit den ER 20 der Vogtlandbahn (Baureihe 223) gefahren werden, bespannen die Taucherbrillen der Baureihe 754 nur noch regläre Personenzüge (Os) zwischen Plzeň hl.n. und Domažlice. Hier kommen allerdings auch die Triebwagenbaureihen 810, 842 und 854 zum Einsatz. Hübsch anzusehen sind die blau-weißen Plzener "Blitzbrillen", die trotz Abgabe einiger Maschinen an östlichere Dienststellen immer noch den Großteil des Plzner 754-Bestandes ausmachen. Ebenso beachtlich ist die Länge der Nahverkehrszüge, die jene der Expresszüge Praha - Nürnberg/München zum Teil überschreitet.

Wir fahren nun weiter nach Plzeň, wobei die Landschaft im Plzeňer Becken zwar noch hügelig bleibt, aber sichtbar flacher wird. Die nächsten Bahnhöfe sind Dolní Kamenice, Holýšov, Hradec u Stoda, Stod, Chotěšov u Stoda und Zbůch. Im darauf folgenden Nýřany zweigt die KBS 181 ins 10 km entfernte Heřmanova Huť ab. Auf der eingleisigen KBS 180 ist ein relativ dichter Verkehr, so dass man an jedem der möglichen Kreuzungsbahnhöfe mit irgendeinem Gegenzug rechen kann. Hinter Nýřany folgen noch Tlučna und Vejprnice, bevor die ersten Ausläufer von Plzeň erreicht werden. Unmittelbar hinter Plzeň-Skrvňany läuft die KBS 180 an den Skoda-Werken mit der von Cheb kommenden KBS 170 zusammen, es folgt noch Plzeň-Jižní předměstí (Südvorstadt), dann erreicht der Zug Plzeň hl.n. (den Hauptbahnhof), wo unsere Fahrt endet.

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VBG 223 070 in Plzeň hl.n.

Plzeň hl.n. ist ein Bahnhof mit einem in der Mitte stehenden Empfangsgebäude, an dessen Seiten sich jeweils ein Haus- und ein Inselbahnsteig befinden. Die Bahnsteig sind nochmal in westliche und östliche Bahnsteighälften unterteilt (was bei Ortsunkundigen etwas für Verwirrung sorgen kann, wenn z.B. Züge in westlicher Richtung an den östlichen Bahnsteigteilen halten und umgekehrt). Verblüffend ist immer wieder die gewisse architektonische Ähnlichkeit der gesamten Bahnhofsanlage mit dem Hauptbahnhof von Halle (Saale).

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242 263 in Plzeň hl.n.

Der gelbe Balken an den Stirnseiten der beige-roten 242 263 ist eine mittlerweile seltene Lackierungsvariante, die vermutlich nur noch eine Handvoll Lokomotiven der Baureihe 242 tragen.

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754 060 mit Os 7421 Domažlice - Plzeň hl.n. in Plzeň hl.n.

Noch seltener sind Taucherbrillen in dunkelblau-hellgrauer Lackierung, nur 754 051 und 754 060 sind so noch unterwegs. Die beiden Loks unterscheiden sich jedoch in der Art der Lackierung des Schneeräumers und sind somit eigentlich beide Einzelstücke.

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363 069 mit R 763 Stříbro - Praha hl.n. in Plzeň hl.n.

Den Abschluß dieses Bilderbogens bildet ein Schnellzug, der bis auf einen Wagen noch komplett die klassische smaragdgrün-weiße Farbgebung trägt. Es gehört mittlerweile schon etwas Glück dazu, einen Zug solcher Länge in diesen Farben zu fotografieren, entlang der Hauptverkehrsstrecken hat sich das neue Najbrt-Farbschema überraschend schnell durchgesetzt. Und während in Plzeň allmählich die Sonne untergeht, bleibt mir nur noch zu sagen: Na shledanou! (Auf Wiedersehen!)

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